Panzer Vickers Mark C:

 

 

1926 entwickelte die britische Firma Vickers aus ihren mittleren Panzern Mark I und II ein Nachfolgemodell. Die erhoffte Abnahme einer Versuchsfertigung von etwa 10 Fahrzeugen durch die britische Armee erfüllte sich nicht und so suchte man andere Abnehmer, um die Fahrzeuge nicht ganz abschreiben zu müssen. Mit Genehmigung der britischen Regierung erwarb die japanische Armee drei Fahrzeuge, der Rest ging nach Irland.

 

Japan bereitete zu dieser Zeit die Entwicklung des ersten eigenen Panzers vor und suchte dazu modernste europäische Panzertechnik zu erwerben. So war der Verkauf der Panzer durch Vickers ein Glücksfall, da die europäischen Nationen zum einen die Militärausgaben wegen der schlechten Wirtschaftslage drastisch reduziert hatten und dadurch auf der anderen Seite jede neue Entwicklung im militärischen Bereich entsprechend geheimhaltungstechnisch sensibel gehandhabt wurde. Von offizieller Seite war keine Technologie zu bekommen, also war ein solches privates Angebot unbezahlbar. Entsprechend intensiv wurden die erworbenen Mark C technisch begutachtet und bewertet, nachdem sie im März 1927, einen Monat nach der ersten Fahrt des Experimentalpanzers Nr. 1, eintrafen.

 

 

Der Mark C war ein mittlerer Panzer mit 57 mm Kanone im Drehturm, einem MG im Turmheck und je einem weiteren MG in jeder Seite des Kampfraums und links im Bug. Der Zugang zum Kampfraum erfolgte vor allem durch eine große Tür vorn rechts in der Bugpanzerung. Der Antrieb erfolgte durch einen quer liegenden Motor und einem diagonal zwischen Motor und Lenkgetriebe liegenden Schaltgetriebe über je ein Treibrad am hinteren Ende der Kette.

 

Während der Tests kam es zu einem Brand in einem Fahrzeug, als dieses von zwei Vickers-Ingenieuren gesteuert  eine starke Steigung in Angriff nahm und dabei Benzindämpfe in den Kampfraum gelangten und dort eine schwere Explosion verursachten. Beide Ingenieure wurden schwer verletzt und es dauerte sechs Monate, bis ein Ersatzmotor eintraf. Dieses Unglück war Ausgangspunkt für die Überlegung, die eigenen Panzer mit Dieselmotoren auszurüsten, da dieser Treibstoff weniger explosionsgefährlich war.

 

Dieses Panzermodell wurde auch Vorbild für den ersten japanischen in Serie gefertigten Panzer, wobei es sich nicht um eine genaue Kopie oder Lizenzfertigung handelte. Vielmehr nahm man viele Lösungen des Mark C als Vorbild für eigene, neu entwickelte Baugruppen, andere wurden tatsächlich zunächst kopiert und nach und nach durch Eigenentwicklungen ersetzt.

 

Daten:

 

erworbene Fahrzeuge: 3
Kampfgewicht:  12 t
Bodendruck:  
Besatzung: 6 Mann
maximale Panzerstärke: 6,5 mm
Länge: 5330 mm
Breite: 2540 mm
Höhe:  2400 mm
Kettenauflage:  
Kettenbreite:    305 mm
Bodenfreiheit: 460 mm
watfähig bis: 750 mm
überschreitet: 2000 mm
klettert:  650 mm
maximale Steigung: 45°
Motor: wassergekühlter Benzinmotor
Leistung: 110 PS
Straßengeschwindigkeit: 30 km/h
Reichweite: 220 km
Tankkapazität: 320 l
Getriebe:

4 Vorwärts-, 1 Rückwärtsgang

2 Geschwindigkeitsstufen

Leistungsgewicht: 9,2 PS/t
Bewaffnung:

1 X Vickers 57 mm Kanone

4 X Vickers 7,7 mm MG

Munitionsvorrat:

50 Schuss

4000 Schuss