gepanzertes Pionierfahrzeug SS:

Soko Sagyosha:

 

 

SS ist die Abkürzung für Soko Sagyosha (wörtlich: gepanzertes Arbeitsfahrzeug). Der Pionierpanzer SS (auch als SS-Ki bekannt) wurde im Jahre 1931 auf Basis des Typ 89 mittleren Panzers entwickelt. Fahrgestell und Panzerung waren nahezu identisch, allerdings waren die Ausmaße größer und das einzelne Laufrad fiel weg. Insgesamt wurden bis 1943 zwischen 98 und 119 dieser Pionierpanzer in fünf verschiedenen Versionen gebaut. Das Fahrzeug war mit einem MG im Bug und  Flammenwerfern versehen. Das Fahrzeug wurde in fünf Versionen gebaut:


 

 

 



Version Ko (= A):



 

 

 hatte vorn einen halbkugelige Kommandantenkuppel ohne Luken und einteilige Panzerschürzen zum Schutz des Laufwerks.
 

Version Otsu (= B):


 

 

hatte vorn eine kleine konische Kommandantenkuppel mit einer zweiteiligen Luke. Für den Einsatz als Flammenwerferpanzer war das Fahrzeug mit einem eckigen Betontank am Heck ausgerüstet und weitere kleine Flammöltanks waren zwischen den externen Baugruppen des Laufwerks untergebracht. Panzerschürzen konnten daher nicht montiert werden.

Version Hei (= C):

 

 


hatte wieder nur die halbkugelige Kommandantenkuppel vorne. Die Panzerschürzen waren mehrteilig ausgelegt. Der Hecktank war nun aus Stahl und demontierbar. Die Bugpanzerung war modifiziert worden und die Ausstiegsluke auf der Bugpanzerung fiel weg.

Version Tei (= D):



 

hatte wieder die alte Bugform ohne die Ausstiegsluke. Die Montierungen für die Flammenwerfer waren überarbeitet und verstärkt worden. Die Beobachtungskuppel vorne war nun zylindrisch und hatte eine zweiteilige Luke. Erneut wurden die Flammöltanks im Bereich des Laufwerks verwendet.


Version Bo (= E):


 

 

 

 

 


 

hatte eine einteilige Luke auf der vorderen Beobachtungskuppel. Auf der Bugpanzerung war eine vergrößerte Ausstiegsluke mit zwei Flügeln eingebaut worden. Das Laufwerk erhielt ein neues Antriebsrad und hatte nur noch zwei Stützrollen je Seite. Beim Bau wurde verstärkt geschweißt statt genietet. Eine vierte Flammenwerfermontierung wurde vorne rechts in die äußere Frontpanzerung eingebaut. Der Flammöltank am Heck fiel weg, an seine Stelle traten normale Tornistertanks wie sie auch bei den Infanterieflammenwerfern verwendet wurden.

 



 


Durch verschiedene Rüstsätze, die an vorbereiteten Montierungspunkten angebracht werden konnten, war das Fahrzeug für unterschiedliche Einsatzbereiche geeignet. So gab es spezielle Pflüge zum schnellen Ausheben von Schützengräben, die an Stelle des Tanks montiert werden konnten. Auf dem Fahrzeugheck konnte eine zweite viereckige Beobachtungskuppel für die Gefechtsfeldbeobachtung installiert werden. Durch den Einbau spezieller Minenräumgabeln wurde das Fahrzeug zum Minenräumpanzer und konnte auch zum Räumen von Drahtsperren verwendet werden. An Stelle eines Flammöltanks konnte auch ein Kampfmitteltank für chemische Waffen oder Desinfektionsflüssigkeit eingebaut werden. Darüber hinaus gab es zwei verschiedene Brückentypen, ein Räumschild, eine Winde und auch eine Vorrichtung zum Legen großer Sprengladungen.
Der Einsatz erfolgte zunächst in Kompanien zu drei Zügen mit je zwei Fahrzeugen bei selbständigen Pioniereinheiten. Insbesondere in China erwiesen sie sich in den Rollen Flammenwerferpanzer, Brückenlegepanzer und Räumpanzer. Den ersten Kriegseinsatz erlebten sie 1937 bei Peking. Kurz danach wurden alle vorhandenen Fahrzeuge in einem Pionier-Sonderverband zusammengefasst und auf einen Konflikt mit der Sowjetunion vorbereitet, in dem sie vor allem zur Zerstörung gegnerischer Stellungen dienen sollten. Dieser Verband war das 5. unabhängige Pionierregiment und bestand aus Kommandoeinheit, drei Kompaniern zu 2 Zügen mit je 2 SS-Ki und einer Werkstatteinheit. Das Regimentssymbol des 5. unabhängigen Pionierregiments waren zwei ineinander gekreuzte S und ähnelten der Swasika, die die finnissche Armee als Nationenkennzeichen nutzte.

 

 

Nachdem Abschluss eines Nichtangriffspaktes mit der Sowjetunion 1940 wurden die Fahrzeuge wieder selbständigen Pionierbattalionen zugeteilt und in den ersten Phasen des zweiten Weltkrieges vor allem in Malaya und Burma mit Erfolg als Brückenlegepanzer verwendet.
1942 begann die Aufstellung von Panzerdivisionen. Die SS-Ki wurden daraufhin den Panzerpionierbattalionen der 1. bis 3. Panzerdivision vor allem als Brückenleger zugeteilt. Da sie die einzigen verfügbaren Pionierpanzer waren, mussten sie aber weiterhin auch als Räum- und Minenräumpanzer einsetzbar bleiben. Die Battalione besaßen auf dem Papier eine Sollstärke von 52 Fahrzeugen. Da nicht genügend Fahrzeuge vorhanden waren und die Produktion bereits 1943 gestoppt wurde, wurden die Kompanien nur mit je 24 Fahrzeugen ausgestattet.  1944/45 zeigten die SS-Ki erneut ihren Wert bei der 2. Panzerdivision auf den Philippinen.



 

Daten:

 

Hersteller:

n. b.

gebaute Fahrzeuge:

n. b.

Kampfgewicht: 

8,25 t

Bodendruck:

n. b.

Besatzung:

2-3 Mann je nach Auftrag

maximale Panzerstärke:

n. b.

Länge:

4800 mm, mit Kran 5560 mm

Breite:

2000 mm

Höhe: 

2280 mm ohne, 2600 mm bei voll abgesenktem Kran

Kettenauflage:

n.b.

Kettenbreite:   

n. b.

Bodenfreiheit:

n. b.

watfähig bis:

n. b.

überschreitet:

n. b.

klettert: 

n.b.

maximale Steigung:

n. b.

Motor:

Dieselmotor

Leistung:

60 PS bei 1600 U/min

Straßengeschwindigkeit:

34 km/h

Geländegeschwindigkeit: n.b.

Reichweite:

200 km

Tankkapazität:

n.b.

Getriebe:

n.b.

Leistungsgewicht:

7,27 PS/t

Bewaffnung Bug:

keine

 

Panzerung

Turm

Aufbau

Fahrwerk

vorn

Seite

hinten

oben

vorn

Seite

hinten

oben

vorn

Seite

hinten

Stärke (mm)

                     

Neigung(°)