Aufklärer der Armeeluftwaffe

 

Armee Typ 97 Aufklärer Ki-15:

 

Prototyp

 

Ein Projekt der Firma Mitsubishi aufgrund eines Befehls der Armeeluftwaffe vom 11.07.1935 zur Entwicklung eines Aufklärers als Ersatz für die Ki-4. Es handelte sich um einen Tiefdecker mit geschlossener Kanzel, einem 9-, später 14-zylinder Sternmotor und festem Fahrwerk.

 

Nach dem Abbruch der Projekte Ki-13 und Ki-14 zum Ersatz des veralteten Aufklärers Ki-4 ordnete die Armeeluftwaffe an, das Mitsubishi ein entsprechendes Flugzeug entwickeln solle. Vorgaben waren unter anderem:

- Höchstgeschwindigkeit 450 km/h auf 3000 m

- Einsatzhöhe 2000-4000 m

- Einsatzdauer eine Stunde bei hoher Geschwindigkeit 400 km vom Flugplatz entfernt

- Normalgewicht maximal 2400 kg

- Verwendung eines Motors mit 700-800 PS

- Bewaffnung ein nach hinten gerichtetes, flexibles 7,7 mm MG

- Ausstattung mit Funk

 

Die Konstruktion begann umgehend. Es entstand ein Flugzeug mit zunächst waagerechten Flügeln, die neben den Fahrwerkselementen in einem Winkel von 6° nach oben abknickten. Der Pilot bestieg das Cockpit über den linken Flügel durch eine nach rechts aufklappbare Luke in der Plexiglasabdeckung. Der Funker saß unten im Rumpf direkt hinter dem Flügel. Auch er bestieg die Maschine über den linken Flügel durch eine Klappe. Das MG war unter einer Klappe verborgen und musste vor dem Einsatz nach oben ausgefahren werden. Die Bedienung erfolgte im Stehen. Zwischen Pilot und Funker waren die Beobachtungs- und Funkgeräte untergebracht. Die Antenne war zwischen einem Halter auf dem Rumpf hinter der Motorverkleidung und dem Seitenleitwerk gespannt. Die Treibstofftanks waren vor dem Piloten und in den Flügelwurzeln eingebaut. Das gefederte Fahrwerk hatte aerodynamisch verkleidete Räder.

 

Ki-15-I

 

Der Prototyp flog erstmals im Mai 1936. Dabei wurden alle Vorgaben problemlos erreicht. Zudem war die Maschine leicht zu fliegen und sehr manövrierfähig. Problematisch war jedoch die eingeschränkte Sicht des Piloten am Boden und ein schneller Geschwindigkeitsverlust bei längeren Kurvenflügen. Dies wurde jedoch im Hinblick auf die deutlich überwiegenden Vorzüge akzeptiert. Anfang 1937 erfolgte die offizielle Einführung.

 

Mehrere Versionen sind bekannt:

- Ki-15-I war die Basisversion

- Ki-15-II hat einen stärkeren Motor, durch dessen kleineren Durchmesser die Sicht nach vorn am Boden deutlich besser wurde

- Ki-15-II hat einen noch stärkeren Motor und eine Dreiblattluftschraube

- Karigane I (Wildgans I) war die Zivilversion der Ki-15-I

- Karigane II war die Zivilversion der Ki-15-II

- C5M war die modifizierte Version der Marineluftwaffe

 

Von Mai 1937 bis 1940  wurden insgesamt 439 Maschinen dieses Typs gebaut. Alliierte Codebezeichnung war "Babs".

 

Karigane I der Asahi Shimbun

 

Der erste offizielle Auftritt der Ki-15-I erfolgte kurz nach Beginn der Prototypentests, als der zweite Prototyp mit Zustimmung der Armeeluftwaffe als Karigane I an die japanische Zeitung Asahi Shimbun verkauft wurde, die sie für einen Rekordflug nach England im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten für König George VI. verwendete. Die Maschine flog die knapp 15270 km von Tachikawa nach London mit Erholungs- und Wartungspausen in knapp 94 Stunden und 18 Minuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 162 km/h (reine Flugzeit 51 Stunden 17 Minuten 23 Sekunden).

 

Der erste Kampfeinsatz erfolgte mit Beginn des 2. Chinesisch-japanischen Kriegs im Sommer 1937. Die Höchstgeschwindigkeit der Ki-15-I machte es für fast alle chinesischen Jäger bis auf die wenigen vorhandenen Polikarpov I-16 nahezu unmöglich, die Maschinen erfolgreich abzufangen. Daher wurde sie in den ersten Jahren des Krieges das Rückrad der Feindaufklärung. 1938 wurde ein stärkerer Motor testweise eingebaut. Durch dessen geringeren Durchmesser konnte die Motorabdeckung verkleinert werden, was auch noch die Sicht nach vorn am Boden verbesserte. Trotz einer um 30 km/h erhöhten Höchstgeschwindigkeit erfolgte kein Produktionsauftrag für die als Ki-15-II bezeichneten Version. Zwei Maschinen wurden jedoch als Karigane II ebenfalls an Asahi Shimbun verkauft.

 

Ki-15-II Prototyp

 

1939 baute Mitsubishi einen noch stärkeren Motor in eine Ki-15-I ein. Damit stieg die Höchstgeschwindigkeit auf 530 km/h. Zu diesem Zeitpunkt war aber schon das vorgesehene Nachfolgemodell Ki-46 in der Testphase. Bei einem Vergleichstest erwies sich diese Maschine der als Ki-15-III bezeichneten Version als deutlich überlegen. Daher wurde auch diese Version nicht angenommen.

 

Bis 1941 wurden die Maschinen nach und nach aus den Frontverbänden herausgezogen und in die Ausbildungsverbände für die Endausbildung der Piloten abgegeben. 1944 wurden die noch flugfähigen Maschinen weitestgehend bei Selbstopferungseinsätzen verbraucht.

 

 

 

Daten:

 

Version: Ki-15-I Ki-15-II Ki-15-III  

Entwicklungsfirma:

Mitsubishi  
Besatzung: Pilot, Beobachter/Bordschütze

Länge:

8,49 m 8,7 m

Spannweite:

12,0 m

Höhe

3,34 m

Flügelfläche:

20,36 m²

Leergewicht:

1399 kg 1592 kg n. b.

Normalgewicht:

2033kg 2189 kg n. b.

Maximalgewicht:

2300 kg 2481 kg n. b.

Motor:

Nakajima Armee Typ 94 luftgekühlter 9-zylinder Sternmotor (Nakajima Ha-8) Mitsubishi Armee Typ 99 luftgekühlter 14-zylinder Doppelreihen-Sternmotor (Mitsubishi Ha-26-I) Mitsubishi Ha-102 luftgekühlter 14-zylinder Doppelreihen-Sternmotor
Motorleistung normal: 640 PS 850 PS 1050 PS

Motorleistung maximal:

750 PS 900 PS 1080 PS

Propeller:

Zweiblatt, Metall Dreiblatt, Metall

Höchstgeschwindigkeit:

480 km/h auf 4000 m 510km/h auf 4330 m 530 km/h
Steigrate: 8 Min. 27 Sek. auf 5000 m 6 Min. 49 Sek. auf 5000 m n. b.
maximale Flughöhe: 14500 m n. b.

Reisegeschwindigkeit:

320 km/h n. b.

Reichweite:

2400 km n. b.

Flügeldruck:

99,9 kg/m² 107,5 kg/m² n. b.

Leistungsgewicht:

3,2 kg/PS 2,6 kg/PS n. b.

Panzerung:

keine
Funkmessgeräte: keine

Bewaffnung:

1 X Typ 89 7,7 mm MG

1 X Typ 89 7,7 mm MG

1 X Typ 89 7,7 mm MG

Hersteller:

Mitsubishi